Kamingespräch am 01. September 2009 im Kreativen Haus, Worpswede


Den Auftakt der KulturKontakte-Reihe 2009 bildete das Kamingespräch am 01. September im Kreativen Haus in Worpswede. Erbaut vom Worpsweder Bildhauer, Maler und Kunsthandwerker Bernhard Hoetger besticht das Haus durch sein besonderes Ambiente. Im Zentrum: ein wunderschöner Kamin – passend für das Kamingespräch, das sich schwerpunktmäßig an Unternehmer richtet und auf die Chancen von Kultursponsoring aufmerksam machen will.


Das Kreative Haus Worpswede, Innenansicht.

Matthias Jäger, Kulturbeauftragter des Landkreises Osterholz, begrüßte die Gäste und stimmte auf die Veranstaltung ein.


Matthias Jäger bei der Begrüßung der Gäste.

Die Bedeutung von Kreativität als unverzichtbares Merkmal unternehmerischen Denkens hob der Hausherr Helmut Weyh, Unternehmensberater, Coach und Querdenker hervor.


Helmut Weyh referiert über den Wert von Kreativität.

Seit nunmehr 25 Jahren bietet er Seminare für Führungskräfte und Manager aus der Wirtschaft im Kreativen Haus an. So früh wie kein anderer hat Helmut Weyh erkannt, dass Kunst und Kreativität unverzichtbare Elemente auch für Unternehmen sind. Er empfahl, Künstler bei der Lösung unternehmerischer Fragen zu Rate zu ziehen. Künstler hätten oft ganz andere Ansätze, aus denen die Wirtschaft schöpfen könne. Und obendrein „kostet es Sie Nichts“. Am wichtigsten aber ist ihm, die Dinge mit „Liebe im Herzen“ anzugehen. Nur so seien wahre unternehmerische Erfolge möglich.

Im Zusammenspiel mit Matthias Jäger stellte Dieter Witasik von der ews-group Lübeck anschließend eine Entwicklungsstrategie für die Worpsweder Museen, den sog. Masterplan Worpswede vor.


Dieter Witasik stellt den Masterplan Worpswede vor.

Dahinter verbirgt sich ein Konzept zum kulturellen und kultur-touristischen Ausbau und zur langfristigen Entwicklung des Künstlerdorfes Worpswede. Neben der Vorstellung des Entstehungsprozesses hob Dieter Witasik die wirtschaftlichen Effekte des Masterplanes hervor. Durch die Umsetzung baulicher aber auch organisatorischer Maßnahmen im Kulturbereich könnten erhebliche wirtschaftliche Effekte in der Region erzielt werden. Ein gutes Beispiel, um die wechselseitige Abhängigkeit von Wirtschaft und Kultur zu verdeutlichen.

Stefan Kapferer, Nds. Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, zog abschließend eine Bilanz der Vorredner und hob in seinem engagierten Plädoyer die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmern hervor.


Stefan Kapferer über die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmern.

Ein reichhaltiges kulturelles Angebot sei ein zentraler Standortfaktor insbesondere für den ländlichen Raum, so Kapferer. Heute schon ginge der Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte häufig zu Lasten der ländlichen Gebiete aus. Insoweit erkläre es sich auch, warum der Nds. Wirtschaftminister Dr. Philipp Rösler Schirmherr der KulturKontakte sei. Nachahmenswertes Sponsoring sei aber noch mehr: nämlich Ausfluss einer empfundenen gesellschaftlichen Verantwortung für eine Region. Dies zeige sich insbesondere bei dem Engagement kleinerer und mittelständischer Betriebe, die sich in ihrer Region verankert fühlten.
Bei Snacks und Getränken klang der Abend mit angeregten Diskussionen zwischen den Teilnehmern aus.


Die Gäste des Kamingesprächs in angeregter Diskussion

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