Werkstattgespräch am 17. September 2009 im Kulturzentrum Murkens Hof, Lilienthal


Das Werkstattgespräch bildete am 17. September die zweite Veranstaltung im Rahmen der KulturKontakte-Reihe 2009. Adressaten waren Künstler und Vertreter und Vertreterinnen von Kulturinstitutionen, um Anregungen im Hinblick auf eine erfolgreiche Kommunikation im Kulturbetrieb zu geben.
Willy Hollatz, Bürgermeister der Gemeinde Lilienthal, begrüßte die Gäste im Kulturzentrum Lilienthal.


Willy Hollatz bei der Begrüßung der Gäste

Im kulturträchtigen Dreieck Bremen-Fischerhude-Worpswede gelegen, müsse sich auch Lilienthal mit seinem Kulturzentrum im Murkens Hof nicht verstecken, so Hollatz. Innerhalb des Hauses befinden sich die Artothek, die gemeindliche Bibliothek, das Kulturamt und die Volkshochschule. Auch Seminare und Tagungen werden Im Kulturforum angeboten. Die Einrichtung erfreue sich großer Beliebtheit und sei gut ausgebucht, so Hollatz.

Matthias Jäger, Kulturbeauftragter des Landkreises Osterholz, führte anschließend in die Thematik des Abends ein.

Das Impulsreferat zum Thema "Kunst in Kommunikation" hielt Christina Müller von der Agentur "zwo consult", selbständige Organisationsberaterin mit langjähriger Erfahrung in der Kultur-PR.


Matthias Jäger mit Christina Müller

Christina Müller stellte exemplarisch die Marketingkampagne der Kunsthalle Bremen für die Ausstellung "Van Gogh –Felder" aus dem Jahr 2002/2003 vor. Das bereits 2 Jahre vor Ausstellungseröffnung anlaufende Vermarktungskonzept mit einer Vielzahl an aufmerksamkeitsstarken Aktivitäten und Presseberichterstattungen führte dazu, dass "Felder" die meistbesuchte Kunstausstellung Deutschlands während ihrer Laufzeit war. Viele Elemente, insbesondere die Erfordernis der Bildung von Netzwerken und strategischen Partnerschaften, seien aber auch für kleinere Kulturinstitutionen unverzichtbar, so Müller.

Im anschließenden Dialog zwischen Antke Bornemann, Kulturbeauftragte der Gemeinde Lilienthal und Brigitta Gröschel, Marketingleiterin der Gemeindewerke Lilienthal, ging es um ein praktisches Beispiel erfolgreichen Kultursponsorings.


Antke Bornemann und Brigitta Gröschel im Dialog

Im Jahr 1998 öffneten sich die Gemeindewerke Lilienthal der modernen Kunst in Form eines Artconsulting, bei dem sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für jeweils ein Jahr Werke von Nachwuchskünstlern für ihr Büro ausleihen können. Im Dialog wurde deutlich, dass die Bilder eine nachhaltige positive Wirkung auf die Arbeitsatmosphäre der Mitarbeiter haben. Nach anfänglicher Zurückhaltung gingen heute Mitarbeiter und Künstler ganz ungehemmt aufeinander zu, wenn der jährliche Bilderwechsel anstehe, so Gröschel. Und wer sich in "sein Bild" verliebe, könne es nach Ablauf des Jahres auch käuflich erwerben. Somit entstehe eine echte win-win-Situation für die Künstler und das Unternehmen bilanzierte Antke Bornemann.

Abschließend stellte Doris Fischer, 1. Vorsitzende des Vereins Music Hall Worpswede e.V., die national bekannte Music Hall Worpswede und deren Marketingstrategie vor.


Doris Fischer stellt die Music Hall Worpswede vor

Hinter der Music Hall steht die Idee, Musik- und Kulturveranstaltungen für ein breites Publikum nach Worpswede zu bringen, und das "Weltdorf Worpswede" bei nationalen und internationalen Künstlern bekannt zu machen. Die wesentlichen Unterschied der Music Hall zu anderen Clubs erläutert Doris Fischer: als eingetragener Verein erfolge die Trägerschaft allein durch ehrenamtlich Tätige. Dies garantiere für echte Freude an der Arbeit und eine engagierte persönliche Betreuung der Künstler und deren Agenturen – eine der Erfolgsfaktoren der Music Hall, bei der auch internationale Größen aus Musik und Unterhaltung zu Gast sind. Positiv überrascht zeigte sich Fischer im Hinblick auf den Vortrag von Christina Müller. Obwohl die in der Music Hall Tätigen faktisch Laien seien, habe man doch intuitiv das Meiste richtig gemacht bei Aufbau und Betrieb der Music Hall.

Im Anschluss an die Vorträge diskutierten Gäste und Vortragende bei einem Imbiss und Getränken im Foyer des Kulturzentrums noch angeregt weiter.


Rege Diskussionen im Anschluss der Vorträge

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